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Tips zu Beginn der Töffsaison                                      JoeBar_Vmax

Motorrad-Saison in Sicht

So wecken Sie Ihr Motorrad aus dem Winterschlaf

Die Sonne hält sich noch etwas zurück, aber die Temperaturen liegen immer häufiger über dem Gefrierpunkt. Der richtige Zeitpunkt, sein Motorrad wieder fit zu machen. Wer sein "Moped" im Herbst gut gepflegt abgestellt und eingemottet hat, braucht jetzt nur noch wenige Handgriffe, um schnell zu seinem ersten "Ausritt" starten zu können.

Mit unserer Checkliste wecken Sie Ihre Maschine angenehm aus dem Winterschlaf:

Motorrad von Staub- oder Konservierungsmittelresten reinigen und eine ausreichend befüllte und geladene Batterie einbauen.
Stand von Motoröl, Bremsflüssigkeit, Kühlmittel und gegebenenfalls Kardanöl messen und bei Bedarf nachfüllen. Sollte einer dieser Betriebsflüssigkeiten seit dem Einwintern weniger geworden sein, das entsprechende Bauteil auf Dichtheit untersuchen.
Zündkerzen und Zündkerzenstecker auf festen Sitz prüfen und die Lichtanlage testen.
Funktion der elektrischen Anlage testen, z.B. Kill-, Kupplungs- und Seitenständerschalter.
Antriebskette korrekt spannen und schmieren.
Bremsbeläge, Bremswirkung, Druckpunkt der Bremse und Freilauf der Räder prüfen. Auch die Armaturen, wie etwa Bowdenzüge, auf Leichtgängigkeit checken.
Das Reifenprofil sollte mindestens 2 mm betragen. Luftdruck prüfen, bei sehr niedrigem Luftdruck Reifen auf undichte Stellen untersuchen.
 Falls vorhanden Schwimmerkammer des Vergasers entleeren. Bei Motorrädern mit Vergaser Benzinhahn öffnen (meist PRI-Stellung am Benzinhahn) und frischen Kraftstoff in den Vergaser laufen lassen. Danach Benzinhahn wieder schließen.
Zum Starten des Motors Beleuchtung wenn möglich vollständig abschalten. Motor mit Choke und ohne Gas in Betrieb nehmen und mit vorerst möglichst niedriger Drehzahl kurz laufen lassen. Sollte sich der Startprozess über längere Zeit hinziehen, Kontrollleuchten beobachten und Anlasserbetrieb für einige Minuten unterbrechen. Wenn die Kontrollleuchten deutlich dunkler werden, fremde Starthilfe, zum Beispiel von einem Auto, in Anspruch nehmen. Die Batterie und der Anlasser können sonst beschädigt werden.    
Sollten eventuelle Mängel oder Defekte nicht sofort behoben werden können, verzichten Sie besser auf den ersten Ausflug mit Ihrem Motorrad. Die erste Fahrt sollte außerdem in einem ruhigen Verkehrsbereich durchgeführt werden. So können sämtliche Komponenten, wie etwa die Bremsen, nochmals im Fahrbetrieb geprüft werden. Denken Sie daran, dass nach der langen Winterpause auch die eigene Fitness oft noch zu wünschen übrig lässt. Also lassen Sie es lieber etwas ruhiger angehen. Die Teilnahme an einem Motorradtraining ist ein idealer Start in die Motorradsaison.

Übrigens: Denken Sie bei Ihrer nächsten Ausfahrt daran, dass sich andere Verkehrsteilnehmer insbesondere die Autofahrer im Frühjahr erst einmal wieder an ein zunehmendes Motorrad-Aufkommen gewöhnen müssen. Denn die schmale Silhouette der Zweiradpiloten wird dabei vom 'entwöhnten Auge' schnell mal übersehen. Auch die Beschleunigung motorisierter Zweiräder wird zum Saisonbeginn oft unterschätzt – mit fatalen Folgen für die angenommene Entfernung zum herannahenden Motorrad. Natürlich können Sie selbst dem Übersehen werden entgegenwirken. Auffällige und kontrastreiche Bekleidung mit Leuchtstreifen leistet dafür gute Dienste.

Und der lange und harte Winter hält noch eine Überraschung parat, nämlich Frostschäden. Vielerorts sind die Straßenoberflächen durch den Frost aufgerissen, so dass sich zum Teil große und tiefe Schlaglöcher bilden. Da die Straßenmeistereien in diesem Frühjahr mit den Reparaturen nicht nachkommen werden, gilt der Fahrbahnoberfläche besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Hier hilft eine vorausschauende Fahrweise – gerade mit dem Wissen um diese Gefahr.

Unfälle nehmen am Anfang der Töff-Saison infolge Selbstüberschätzung und mangelnder Routine zu. Zudem müssen sich auch die andern Verkehrsteilnehmer zuerst wieder an die Motorradfahrer und -fahrerinnen gewöhnen.

Peter Sieber, Chef Verkehr bei der Kantonspolizei Bern, gibt deshalb Tipps, wie das schöne Hobby seriös und verantwortungsbewusst betrieben werden kann.

Nicht dort anknüpfen wollen, wo im Herbst aufgehört worden ist! Routinierte Fahrerinnen und Fahrer legen pro Jahr über 10'000 Kilometer zurück. Der Durchschnitt der Schweizer Töfffahrereinnen und Töfffahrer ist jedoch pro Jahr nur etwa 3000 Kilometer unterwegs. Dieses Manko muss kompensiert werden mit zusätzlichem Training (Fahrtechnikkurse, selbstständiges Üben auf abgesperrtem Platz, Kurs bei einem Motorradfahrlehrer etc.).

Wer ein Motorrad führt, muss fit sein. Ein persönliches Fitnesstraining ist auch im Winter empfehlenswert. Das Fahrzeug muss technisch in einem einwandfreien Zustand sein (Bereifung, Bremsen, Beleuchtung). Es empfielt sich, aufffällige, helle und schützende Bekleidung zu tragen (keine Jeans, kein T-Shirt). Motorräder haben das Abblendlicht immer eingeschaltet. Wer vorbildlich Motorrad fahren will, fährt vorausschauend, partnerschaftlich, defensiv und risikofrei! Die Geschwindigkeit immer an die Umstände - und auch an das eigene Können - anpassen.

Grundlage zur diesjährigen Aktion "Moto 2000+" für die Motorradfahrer und Motorradfahrereinnen bildet die Unfallstatistik 2006, wonach die Hauptunfallursache sowohl bei den Motorrädern unter 125 ccm als auch bei denjendigen über 125 ccm beim Missachten des Vortrittsrechts liegt. Die nächst häufigen Unfallursachen sind das Nichtanpassen der Geschwindigkeit bei Motorrädern über 125 ccm und mangelnde Aufmerksamkeit / Ablenkung bei Motorrädern bis 125 ccm.

Die Aktion basiert auf folgenden Defensiv-Regeln: "Geplant am Verkehr teilnehmen" "Stets Reserve behalten" Die Kantonspolizei Bern führt auf den unfallträchtigen Motorradstrecken intensive Kontrollen durch. Die Aktion "Moto 2000+" wird vom Mai bis September durchgeführt. Wir richten deshalb folgenden Appell an alle Verkehrsteilnehmer: Unfälle können vermieden werden, wenn alle vorausschauend, partnerschaftlich, defensiv und risikofrei am Verkehr teilnehmen.

Unfälle mit Motorrädern: Im vergangenen Jahr verunfallten 529 (2005: 519) Personen mit "leichten" und "schweren" Motorrädern. Dabei wurden 517 Personen verletzt (511) und 12 Personen getötet.

 

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